Tipps & Tricks

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Wie wähle ich das passende Stickvlies zum Stoff und zur Stickdatei aus?

Grundsätzlich sind Stickdateien immer für einen bestimmten Stoff eingestellt. Jeder Dateiersteller schreibt in seinen AGB's oder in der Artikelbeschreibung, auf welchem Stoff die Stickdatei probegestickt wurde bzw. für welchen Stoff sie eingestellt ist. Die meisten digitalisieren für Baumwolle und manche (so auch wir) achten darauf, dass die Stichlängen nicht "zu" kurz sind und z.B. etwas mehr Verzug drin ist als für Baumwolle nötig wäre. Die Unterlegstiche so klug ausgewählt, dass sie höchst wahrscheinlich auch auf anderen Stoffen eine gute Stabilisierung bieten. So werden die meisten Dateien auf vielen Stoffen funktionieren - aber nicht auf allen! Streng genommen müsste jeder Ersteller insbesondere bei Vollstickdateien unterschiedliche Dateien für unterschiedliche Stoffe anbieten - das ist weit zu aufwändig. Wenn ihr mal einen bestimmten Stoff besticken wollt du sich unsicher bist, schreib einfach den Dateiersteller an! Er weiß am Besten, was möglich ist bei einem bestimmten Motiv und wo die Grenzen sind.

Wie behilft sich nun die Ottonormalverbraucherin, wenn sie die Dateien eben schon gekauft hat und das Motiv auf unterschiedliche Stoffe aufsticken will? Gerne geb ich euch hierzu ein paar Tipps, wie man damit umgehen kann. Es funktioniert wie gesagt nicht immer und bei jeder Datei, aber meistens bringt es mir akzeptable Ergebnisse.

 

Meine persönlichen Faustregeln:

  • Je dichter / mehr Vollstickanteil die Stickdatei hat, umso mehr Stabilisierung ist notwendig.

  • Je dehnbarer der Stoff, umso fester muss mein Stickvlies sein - damit sind nicht zwingend mehr Lagen gemeint, sondern die Eigenschaft deines Stickvlieses.

  • Je feiner das Stickmuster, desto feiner die Nadel und das Garn (Kleine Schriften/Details kommen am besten mit 65er Nadel und 60er Garn heraus).

  • Je dicker der Stoff, umso mehr lockere ich die Oberfadenspannung.

  • Je feiner / spröder mein Garn (60er Garn oder Metallicgarn), umso mehr lockere ich die Oberfadenspannung und reduziere die Geschwindigkeit.

  • Immer den kleinst möglichen Stickrahmen benutzen.

  • Wenn möglich, immer Stoff und Stickvlies zusammen trommelfest einspannen.

 

Dehnbare Stoffe:

  • Hier empfehle ich dünnes Schneidvlies (Weblon/Stiffy) oder aufbügelbares Vlies.

  • Wenn ich eine Datei mit viel Vollstickanteil habe, gebe ich noch einen Hauch Adhesivspray zwischen Stickvlies und Stoff.

  • Wenn du den Stoff nicht zusammen mit dem Vlies einspannen möchtest, kannst du auch alternativ 1 Lage Klebevlies und eine Lage Schneidvlies zusammen. einspannen. Nachher kannst du dann den Stoff locker auflegen und festdrücken.

  • Sticknadel mit abgerundeter Spitze, gerne auch eine 65er Nadel

  • Heftrahmen, falls abgerundete Nadel verwendet wird, die Gefahr von Löchern im Stoff ist hier geringer. So etwas mache ich aber nur, wenn ich den Stoff nur auflegen kann. Bei eingespannten Stoffen mache ich das nicht.

  • Avalon kann hilfreich sein, wenn der Stoff etwas dicker, aber dennoch weich und eindrückbar ist.

 

Nicht dehnbare Stoffe:

  • Hier sollten keinen wirklichen Probleme auftreten. Klar ist: Immer schön den Stoff zusammen mit dem Vlies trommelfest einspannen!

  • Faustregel beherzigen: je dichter die Datei, desto mehr Stabilisierung ist nötig. Bei Vollstickdateien min. 2 Lagen Reißvlies oder alternativ 1 Lage Schneidvlies

 

Filz und Kunstleder:

  • Festes Filz/Kunstleder, hier auch wieder die Faustregel beherzigen.

  • Leder und Filz brauchen weniger Stichdichte und weniger Unterlegstiche. In seltenen Fällen bin ich nach dem Aussticken nicht zufrieden mit dem Ergebnis, weil es sich zu hart und knubbelig anfühlt. In diesem Fall vergrößere ich die Stickdatei auch mal um 5 % (Sofern dass der Ersteller erlaubt). Schau dir die Datei aber nochmal genau am Bildschirm an, bevor du sie ausstickst, ob sie nicht dadürch zerstört wurde. Das erkennt man oft daran, das plötzlich Lücken im Muster zu sehen sind oder Unterlegstiche irgendwo seitlich heraus schauen.

  • Nachgebendes Filz/dehnbares Kunstleder kann sich bei zu dichten Dateien deutlich verziehen und sehr knubbelig werden. Nicht jedes Kunstleder kann man gut besticken, hier ist die Qualität entscheidend. Ich würde immer ein nicht/wenig dehnbares Leder bevorzugen, dass nicht allzu leicht eindrückbar ist.

  • Auf dickerem Filz/Leder von mehr als 2 mm würde ich generell abraten, große Motive mit hohem Vollstickanteil einfach so auf zu sticken. Die Wahrscheinlichkeit dass es arg hart wird, ist hoch.

 

Frottierwaren:

  • Wenn es nur ein Schriftzug ist, spanne ich das Handtuch zusammen mit Reißvlies in den Stickrahmen ein und lege Avalon auf. Meiner Erfahrung nach wird das nicht knubbelig oder so etwas, wenn man das gewaschen hat. Ich nehme da das 40g starke Reißvlies, es ist also nur eine dünne Schicht. Ich sprühe sowieso das Handtuch mit destilliertem Wasser ein, um das Avalon zu entfernen. Das feuchte Reißvlies auf der Rückseite kann man einfach und schnell mit der Pinzette entfernen.

  • Wenn ich ein ein Motiv sticken möchte, dann spanne ich wasserlösliches Vlies zusammen mit dem Handtuch ein und lege 2 Lagen Avalon auf.

  • Stickdateien, die auf Hochflorige Stoffe aufgestickt werden, brauchen Zickzack-Stiche oder eine Netzfüllung als Unterlegstiche. Wenn die Datei dies nicht hat, kannst du dir ggf. mit behelfen mit "Embossed-Stickdateien" bzw. Dateien mit einem so genannten Knock-Down-Stitch in einfachen Formen, wie z.B. Kreise, Ovale oder Rechtecke mit einem großzügigen einfachem Kreuzstichmuster. Das ist dann deine Ersatzunterlage. Wenn die Datei nicht dicht genug erscheint, kannst du sie um 1-2 % verkleinern.

  • Ein Satinstich sollte min. 3/3,5 mm breite haben und am besten min. einen Zickzackunterlegstick.

 

Wie finde ich nun heraus, wie das Stickmotiv, dass ich gekauft habe, aufgebaut ist? Na ganz einfach: Falls du den kostenlosen Wilcom True Sizer hast, kannst du den Stitch Player benutzen (Shift+R) oder dir in der normalen Ansicht das Stichbild ansehen. Wenn du etwas rein scrollst, siehst du, ob da nur eine Mittellinie oder z.B. Zick-Zack oder ein Netz unter der Füllfläche/Satinstich ist.
 

Gekaufte Stickdateien verändern - was ist da zu beachten?

Vorneweg eine wichtige Anmerkung: zu allererst müsst ihr in den AGB/Nutzungsbedingungen der Stickdateiersteller nachsehen, ob es die gekaufte Lizenz erlaubt, die Stickdateien zu verändern. Ihr kauft nämlich immer nur eine personengebundene nicht übertragbare Lizenz zur Nutzung einer Stickdatei. Sie gehört euch also nicht, ihr dürft sie aber so nutzen, wie es der Dateiersteller festgelegt hat. Was ihr dann nach dem Kauf downloaden könnt, sind die konvertierten Stickdateien (DST, EXP, PES, usw.). Die konvertierten Stickdateien sind so genannte Maschinendateien und enthalten nur die Stichdaten für euer benötigtes Maschinenformat. Jedes Maschinenformat kann unterschiedlich viele Informationen aus der Originaldatei speichern und an die Maschine weitergeben. Die bearbeitbare Sticksoftwaredatei (= Originaldatei wie z.B. EMB, ART, OFM, usw.) bekommt ihr i.d.R. nicht. Diese bleibt immer Eigentum des Stickdatei-Erstellers. Die Sticksoftwaredateien können das Stickmotiv ähnlich wie bei einem Vektor verkleinern und vergrößern – hier passt sich dann die Stichzahl und einige weitere Parameter automatisch an. Desweiteren sind in der Originaldatei alle relevanten Informationen wie z.B. Verzug, Stichdichte u. -länge, Ein- u. Abbindestiche, Stichrichtungen, Unterlegstiche etc. hinterlegt und können variabel eingestellt werden.

Wir erlauben bei unseren Nutzungsbedingungen die Veränderung der Dateien oder die Kombination mit anderen Motiven (sofern der andere Ersteller das auch erlaubt).

Jetzt kommt der Knackpunkt: Wir empfehlen es nicht, die Dateien zu bearbeiten – denn, konvertierte Dateien enthalten nur Stichdaten und können somit nur sehr begrenzt und teilweise gar nicht bearbeitet werden. Bei Vergrößerung oder Verkleinerung einer konvertierten Datei verändert sich nicht die Stichzahl, Stichdichte, Verzug, etc.. Bei mehr als 10 % kann es schon zu erheblichen Problemen beim Sticken kommen (Nadelbrüche, Stoff verzieht sich, etc.). Dazu kommt, dass es grundsätzlich immer passieren kann, dass eine Datei schon durch das Öffnen oder Drehen in einem Programm zerstört werden kann. Dies gilt insbesondere für kostenlose/Open Source Programme. Teilweise sind diese so unausgereift/haben kein Update mehr (wie z.B. My Editor), dass wir dringend davon abraten, diese Softwares zu benutzen.

Das einzige kostenlose Programm was wir zum Öffnen von Stickdateien empfehlen können ist der Wilcom True Sizer. Die Möglichkeiten sind nur hier sehr begrenzt.

Wenn man ein semiprofessionelles/professionelles Programm besitzt, kann man durchaus konvertierte Dateien laden. Je nachdem wie gut das Programm ist, kann es die Konturen der Stichdaten erkennen und so umwandeln, dass man mit etwas Nachbearbeitung eine neue Stickdatei aus den Stichdaten erstellen kann. Man erstellt dann eine ganz neue Datei, das ist dann eine andere als die konvertierte Datei, die man ursprünglich gekauft hat - das ist ein erheblicher Unterschied. Das funktioniert unserer Erfahrung nach bei einfachen Motiven bei Wilcom Embroidery Studio Designing e.4 oder Melco Design Shop, bei komplexen wird das schwierig bis unmöglich. Die wenigsten besitzen aber eine so teure professionelle Software, die so etwas kann.

Mit Embird und Wilcom Hatch haben wir bisher was das Zusammenfügen, Sequenzen löschen, drehen oder Schriften hinzufügen angeht gute Erfahrungen gemacht – klappt aber wie gesagt auch nicht immer und mit jedem Motiv oder Stichdatenformat. Die Tatsache, dass es bei uns und auch manch anderen erlaubt ist, die Datei zu verändern, ermöglicht es einer Stickerei, die Dateien auf die Bedürfnisse von Kunden anpassen/umwandeln zu können. Das ist der hauptsächliche Sinn dahinter, warum wir eine Bearbeitung erlauben, denn eine Stickerei hat i.d.R. eine professionelle Sticksoftware. Wer selbst im Hobbygebrauch etwas digitalisiert und ein paar Jahre Übung hat, kann durchaus auch etwas mit konvertierten Dateien im Rahmen der Möglichkeiten anfangen (wie z.B. zusammenfügen, drehen, Schriften hinzufügen). Aber dann sollte das auch mit einem guten Programm erfolgen. Das kostet Geld und das lohnt sich nicht für jeden. Ihr seht, so einfach ist es nicht und es erfordert Übung und Erfahrung, dass man mit konvertierten Dateien auch etwas anfangen kann – und trotzdem gibt es da keine eine Garantie, dass es gelingt.

Falls es euch mal passiert, dass ihr die Datei irgendwo am PC in irgendeinem Programm öffnet und sie nachher zerschossen ist, ladet sie einfach neu runter und zieht sie nach dem entpacken direkt auf den Stick. Das löst 99,9 % aller Probleme mit Dateien.

Wer da nichts selbst an den Dateien herum probieren möchte, kann uns jederzeit schreiben. Die meisten Dateiersteller helfen euch gerne weiter, wenn Änderungen gewünscht sind. Wenn die gewünschte Veränderung uns wenig Arbeit macht, ist das ein kostenloser Service von uns! Wenn die gewünschten Änderungen jedoch zeitlich aufwändig sind, machen wir euch ein unverbindlliches Angebot. Der Preis für Auftragsdigitalisierungen steht immer im Vorfeld fest, da gibt es also keine bösen Überraschungen.

P.S. wir werden nicht dafür bezahlt, dass wir die genannten Softwares in diesem Beitrag erwähnt haben. Wir empfehlen diese Programme guten Gewissens, da wir damit gute Erfahrungen gemacht haben.
 

Begriffsklärungen: Was bedeutet was?

ITH = In the hoop. Hierbei handelt es sich um ein speziell digitalisiertes Stickmotiv/Produkt, welches man komplett (manchmal muss zum Schluss noch eine Wendeöffnung per Hand vernäht werden) im Stickrahmen herstellen kann. Es handelt sich hierbei meistens um Schlüsselanhänger, Taschen, Plüschtiere etc..

FSL = Free Standing Lace. Hierbei handelt es sich um ein speziell digitalisiertes Stickmotiv, welches nur aus Garn besteht und auf hitze- oder wasserlöslicher Folie gestickt wird. Es ensteht eine freistehende Spitze. Hier wird kein Stoff benötigt. Das Motiv besteht rein aus Ober- und Untergarn.

Fransen Stickdatei = Bei den speziell digitalisierten Fransen Stickdateien werden bestimmte Bereiche in der Stickerei aufgetrennt, um einen ausgefransen Effekt zu erhalten. Achten Sie hierbei auf den Hinweis Fransen Stickdatei. Eine Anleitung liegt jedem Download einer Fransen Stickdatei bei.

3D Stickerei = Entweder handelt es sich um ein Motiv, welches durch diverse Digitalisierungs-Techniken einen 3D-Effekt erhält oder man benötigt einen speziellen Schaumstoff, der Überstickt wird und somit einen 3D-Effekt erhält. Achte hierbei auf den Hinweis 3D-Effekt. Eine Anleitung liegt jedem Download einer 3D-Stickdatei bei.

 

Wie bekomme ich die Stickdatei in die Stickmaschine?

Je nach Stickmaschine muss man die Stickdatei per USB-Stick, USB-Kabel oder einer Speicherkarte auf die Maschine laden. Bitte dabei beachten, dass die heruntergeladene Stickdatei (.zip) zu erst zu entpacken. Dann kann man das passende Format für die Maschine auswählen und entsprechend in die Maschine laden.
 

 

Wieso reißt der Oberfaden ständig?

Bitte überprüfen, ob die oberen Fadenwege sauber sind und gehe eventuell mit ungewachster Zahnseide durch die Fadenwege. Überprüfe die Nadel, ob diese nicht schon stumpf ist. Reinige die Stickmaschine im Bereich der Spulenkapsel. Überprüfe das Garn, ob es nicht durch falsche Lagerung (Feuchtigkeit oder UV-Bestrahlung) beschädigt ist.

Es gibt noch viele andere Gründe, warum der Oberfaden reißen kann: Unterfaden- und Oberfadenspannung sind nicht korrekt eingestellt, dichtes Stickmuster auf empfindlichem oder dehnbarem Stoff oder Schäden an der Spulenkapsel.

 

Kann ich die Stickdesigns beliebig vergrößern oder verkleinern?

Das Vergrößern oder Verkleinern von Stickmotiven in der Stickmaschine sollte man möglichst vermeiden, da die Software in der Stickmaschine das Motiv zwar verkleinert oder vergrößert, allerdings nicht die Parameter wie Stichzahl, Dichte, Verzug, usw. anpasst. Das bedeutet, dass das Verkleinern eines Motiv dazu führt, dass die gleiche Anzahl an Stichen wie in Originalgröße auf eine kleinere Fläche gestickt werden und das Motiv somit zu dicht wird, einsinkt oder sogar zu Garn- und Nadelbruch führen kann. Beim Vergrößern passiert genau das Gegenteil: Das Motiv wird lichter und man kann z.B. zwischen die einzelnen Stiche den Stoff sehen. Das Vergrößern oder Verkleinern von Motiven sollte höchstens 10% betragen, damit das Motiv noch verwendbar ist. Wenn Du das Motiv mehr als 10 % vergrößern oder verkleinern möchtest, wende Dich bitte direkt an uns.
 

Wieso sinkt die Stickerei in den Stoff ein?

Bei manchen Stoffarten ist ein spezielles wasserlösliches Vlies als Auflage notwendig (Avalon), damit die Stickerei nicht in den Stoff einsinkt. Bei bestimmten Textilien wie Jersey verbessert das Auflegen von wasserlöslichem Vlies das Stickbild. Für Frottee und Maschenware ist die Auflage von wasserlösliches Vlies ein gutes Hilfsmittel.